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Sibylla Madlener-Döen



Was die Rechtschreibprüfung übersieht 3: ethische Herkunft

Immer wieder zu lesen, nicht nur auf hebammenwissen.info, ist von der ethischen Herkunft. Dabei geht es nicht um die Basis unserer Werte oder die moralisch einwandfreie Beschaffung von Rohstoffen und Waren, sondern, ja, um Menschen, wie eine kurze Google-Suche gleich im zweiten Treffer eindrucksvoll zeigt.

Die Häufigkeit, in der dieser Fehler auftritt – und der automatischen Rechtschreibprüfung verständlicherweise durchschlüpft, sollte eigentlich das blinde und bedingungslose Vertrauen in ein solches technisches Spirenzchen erschüttern. Was stattdessen geschieht, ist das Gegenteil: Leser, insbesondere junge Leser, die bisher wenig Erfahrung mit Fremdwörtern haben, werden verunsichert und trauen letztenendes dem Programm mehr als sich selbst, denn es ist ja „von Experten entwickelt“, „die werden schon wissen, was sie tun“. Ist ja auch wahr, aber dennoch kann ein Programm, wie ausgeklügelt auch immer, einen Text nicht verstehen und daher erkennen, dass „ethisch“ im Bezug auf die Herkunft eines Menschen erheblich weniger Sinn ergibt als „ethnisch“.

Rechtschreiblich schwierige Wörter 1 – Empathie

Wo das h hingehört, fragen sich viele nicht nur beim Rhythmus und der Atmosphäre. Auch die Empathie macht es uns nicht einfach, zumal das Adjektiv empathisch (einfühlsam) einen optischen Verwandten in emphatisch (nachdrücklich) hat. Wenn sich nun das h in der Empathie hinter das p verläuft, ist das also durchaus verständlich, schließlich gehört die Emphase, das Substantiv zu emphatisch, nicht eben zu jedermanns Alltagswortschatz und ist also selten präsent in unserer Wahrnehmung. Falsch ist „Emphatie“ dennoch, daher erinnern wir uns an die Regel in Fremdwörtern griechischen Ursprungs: p + h = f, zumindest lautlich. Empathie kommt ohne f-Laut aus, also kann das h nicht nach dem p stehen und es bleibt nur das t, hinter dem es in unserer Sprache keine hörbaren Auswirkungen hat.

Name, wechsele dich

Namen stellen einen schon mal vor orthografische Herausforderungen, keine Frage. Stellt sich uns Herr Maier, Herr Mair, Herr Mayer, Herr Mayr, Herr Meier oder Herr Meyer vor, um alle Varianten, die mir schon begegnet sind, in alphabetischer Reihenfolge aufzuzählen, fragen wir deshalb gern nach. Meist bemühen wir uns um äußerste Höflichkeit, schließlich sind wir uns der vielen Varianten bewusst und wollen die Geduld unseres Gegenübers nicht unnötig strapazieren.

Was uns in der Telefon- und Schalterkommunikation und mit vertrauten Namen ganz selbstverständlich erscheint, geht im Schriftlichen und wenn es um ungewohnte Namen geht, manchmal über Bord, wie Spiegel online im Artikel Psychologie: Netzwerken macht ein dreckiges Gefühl vom 22. September 2014 demonstriert: Da geht es um eine Studie, durchgeführt von Wissenschaftlerinnen diverser Universitäten Nordamerikas. Namentlich genannt wird eine. Oder zwei? Nun ja, eingeführt als Maryam Kouchaki (was Google und die Northwestern University bestätigen), heißt sie im übernächsten Absatz Kachouki, dann wieder andersherum und so weiter. Insgesamt fünfmal wird ihr Name genannt, davon immerhin dreimal richtig, eine Quote von 60 %.

Ich trage selbst zwei seltene Nachnamen, daher spreche ich auch aus eigener leidvoller Erfahrung: Bitte, liebe Textproduzenten, geben Sie sich Mühe mit den Namen! Nicht viel im alltäglichen Umgang mit Fremden ist ermüdender, zermürbender und respektloser dem Genannten gegenüber, als wenn ein Dienstleister aus Gleichgültigkeit oder Nachlässigkeit den Namen des Kunden oder Klienten falsch schreibt und bei der nächsten Begegnung behauptet, es gäbe keinen entsprechenden Eintrag in der Datenbank, das bestellte Buch wäre nicht im Abholfach, obwohl man es doch klar und deutlich sehen kann, oder — mein persönlicher Liebling — man solle sich gefälligst (sic!) mit dem Nachnamen vorstellen.

Eine erfolgreiche Woche wünscht Ihnen

Nicht-Magdalena-Döner

Fundstück des Tages: Ehrziehungsergeiz

Mal wieder von Spiegel online: Der Ehrziehungsergeiz.

Liebe Eltern, ergeizt euch nicht so bei der Ehrziehung eurer Sprösslinge. Nicht dass sie sich noch ehrdrückt fühlen von euren Anforderungen.

Update: Inzwischen ist der Schreibfehler korrigiert worden. Ein bisschen schade ist es schon, hat er doch sicher nicht nur mich zum Schmunzeln gebracht bei dem trüben Wetter!

Unfreiwillig komisch: „Fruchtbares Einzelereignis“

Nachzulesen auf Spiegel online:

Es seien weder Drogen noch Alkohol im Spiel gewesen, auch sei der Beschuldigte nicht krank gewesen: „“Es handelte sich um ein fruchtbares Einzelversagen in dieser Situation.“

Wenn Derartiges aus Flüchtigkeit im Eifer des informationsbeflissenen Gefechts passiert, drückt der geneigte Leser gern ein Auge zu, geht es doch um aktuelle Ereignisse, die viele Menschen schlimm treffen und mit denen viele mittrauern. Für alle anderen gilt: Bitte verlassen Sie sich nicht darauf, dass die roten Markierungen in Ihrer Textverarbeitung Ihnen alle potenziellen Fehler anzeigen. Fruchtbares Einzelversagen steht auf derselben Stufe wie Fibonaccis furchtbare Kaninchen und sollte in einem nichtsatirischen Text nicht vorkommen. Dasselbe gilt übrigens für das überzählige Anführungszeichen 😉

Was die Rechtschreibprüfung übersieht 2

Manchmal gibt ein einzelner Buchstabe den Ausschlag, ob ein Satz Sinn ergibt oder uns zum Lachen bringt.

„Wie begrünen Sie diese Forderung?“

Mit Rollrasen und Stiefmütterchen-Rabatten vielleicht? Gärtnerisch ist das sicherlich einer der einfachsten und zeitsparendsten Wege, zielführend ist er in nichtgärtnerischem Kontext aber nicht, und auch Programme zur Rechtschreibprüfung können uns da nicht verlässlich helfen, schließlich ist begrünen ein vollkommen richtiges Wort. Je nach Umfang der hinterlegten Datenbank wird die automatische Prüfung es erkennen oder als unbekannt, möglicherweise falsch rot unterkringeln – und keinen Unterschied machen, ob es im obigen Beispielsatz steht oder in diesem: „Im nächsten Frühling wollen wir den Innenhof begrünen“.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem kleinen Beispiel gut begründen, warum wir uns nicht allein auf Technik verlassen sollten.

Sibylla Madlener-Döen

Was die Rechtschreibprüfung übersieht

Nobody is perfect – dasselbe gilt leider auch für unsere elektronischen Helferlein. Nicht nur hat sich die Rechtschreibprüfung des Office-Marktführer bis vor einiger Zeit schwergetan, bundesdeutsche und schweizerische Rechtschreibung auseinanderzuhalten, auch Fehler, die aussehen wie durchaus sinnvolle Komposita, oder schlicht pseudophonetische Schreibungen, die sich als andere – richtig geschriebene – Wörter verkleiden, erkennt nur ein Mensch.

Dass eine Software einen Text nicht so verstehen kann wie der Leser und manches daher übersieht, verwundert nicht. Doch auch als Verfasser entgeht einem manches; dieses Phänomen heißt Textblindheit. Wenn wir einen Text schreiben, sind wir primär beschäftigt mit der Bedeutungsebene, mit der Botschaft, die wir transportieren wollen, und die Formebene, die Aneinanderreihung von Buchstaben auf dem Bildschirm oder dem Papier, tritt in den Hintergrund. Erst Wochen, nachdem wir zuletzt an einem Text gearbeitet haben und vieles in unserem Gedächtnis bereits verblasst ist, haben wir eine gewisse Chance, unsere eigenen (Flüchtigkeits-)Fehler zu finden. Was uns beim Lesen fremder Texte erheitern mag, ist uns sehr peinlich, wenn wir es selbst mit großer Außenwirkung in der Welt verbreiten. Daher ist ein professionelles Lektorat für alles, was mit gewisser Wirkung veröffentlicht werden soll, eine gute Investition.

Hier, gleichermaßen zur Erheiterung wie zur Blickschulung, einige von der automatischen Rechtschreibprüfung nicht monierte Beispiele aus dem wirklichen Lektorenleben:

  • der Wutendbrand
    Das ist das Feuer, das bleibt, wenn die Wut bereits verraucht und eigentlich nichts Brennbares mehr übrig ist. Hier brennt es nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch in invertierter Reihenfolge.
  • der Eingansbereich.
    Das ist ein Bereich, in dem nur eine Gans ist. Da kommt keine Ente rein. Und auch keine zweite Gans.
  • der Empfang im Feuer des Hotels.
    Nein, dieses Hotel steht weder in Flammen noch der Hölle. Es handelt sich auch nicht um ein Etablissement in der Welt von Harry Potter, der mehr als einmal durch Kaminfeuer gereist ist und, ja, auch in Empfang genommen wurde. Auch wenn es nicht heiß ist, weh tut es trotzdem.
  • Last, but not least: das Indernet.
    Die einen beklagen den Fachkräftemangel, die anderen fürchten Arbeitsplatzkonkurrenz – die Tatsache jedoch bleibt: Im Arbeitsleben geht wenig über ein gutes Networking.

In diesem Sinne wünscht Ihnen eine erfolgreiche Zeit

Sibylla Madlener-Döen

Pluralitäten

Als wäre das Deutsche mit seinen vielfältigen und unregelmäßigen Pluralbildungen nicht schon schwierig genug, gibt es eine Reihe Fremdwörter überwiegend lateinischen Ursprungs, die regelmäßig für Verwirrung sorgen. Viele davon bezeichnen eine Gattung von Dingen und daher verwenden wir sie meist in der Mehrzahl, gerade dann, wenn die Details zu weit führen würden. Da wundert es kaum, dass ebendiese Mehrzahlformen, die wir ja so häufig hören, sich manchmal irrtümlich zur Einzahl verlaufen.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Antibiotik- … -a/s? -um/s?

Die Nachbarin erzählt, der Arzt habe ihr ein Antibiotika verschrieben. Der Freund rät von der leichtfertigen Einnahme ab mit den Worten: „So viele Antibiotikas zu nehmen führt nur zu Resistenzen“. Bei aller sachlichen Richtigkeit der Aussage zeigen die Beispiele die häufigsten grammatischen Fehler im Umfeld unserer schwierigen Kandidaten.

Machen wir der Übersicht halber eine Liste der häufigsten Formen und scheiden dann die richtigen von den in anderem grammatischen Zusammenhang richtigen und den generell falschen.

Antibiotikum:
Antibiotikums
Antibiotika
Antibiotikas

Von den drei genannten Formen ist nur eine, nämlich Antibiotika, der Plural. Bedingt richtig ist Antibiotikums, aber es handelt sich um den Genitiv Singular: „Die Nebenwirkungen des Antibiotikums sind leider beträchtlich.“ Und generell falsch schließlich sind die Antibiotikas. Es werden nicht mehr, wenn man die Mehrzahl noch einmal in die Mehrzahl setzt, und besser wirken werden sie auch nicht 😉

Was für das Antibiotikum gilt, lässt sich eins zu eins übertragen auf das Internum:
Interna ist der Plural und wird so viel häufiger als die Einzahl Internum gebraucht, dass er nicht selten als Singular wahrgenommen und zu Internas in einen falschen Plural gesetzt wird.

Ein bisschen komplizierter wird es mit dem Lexikon, denn das hat zwei richtige Mehrzahlformen. Lexikons ist wieder der Genitiv Singular: „Das schiere Volumen und der beachtliche Preis eines gedruckten Lexikons halten in Zeiten des Internets die meisten Haushalte vom Erwerb eines Brockhaus ab.“

In der Mehrzahl allerdings gibt es neben den Lexika auch die Lexiken. Und die Lexikönner, wenn man dem Spott meiner Mutter über Teenager Glauben schenkt, die die Nase nur zum Essen aus dem Taschen-Meyers genommen haben.

Sibylla Madlener-Döen